Handwerk nimmt Herausforderung des Klimaschutzes an


22. November 2019 | Die Hälfte aller Betriebe erbringt Leistungen für mehr Energieeffizienz
Eine bessere Verzahnung von Ökologie und Ökonomie forderte Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Münster, bei einem Pressegespräch am Freitag (22. November): „Klimaschutz und Betriebsführung müssen besser in Einklang gebracht werden.“
 
In einer Blitzumfrage der HWK haben 80 Betriebe aus dem Kammerbezirk Auskunft zur Herausforderung des Klimawandels gegeben. Zusätzliche Anstrengungen im Klimaschutz halten 85 Prozent der Befragten für erforderlich. Ein gleich hoher Anteil meint, das Klimapaket der Bundesregierung genüge nicht, um die klimapolitischen Ziele zu erreichen.
 
Bei der Frage, welche Instrumente am besten geeignet sind, um zu einer effizienten CO2-Reduzierung zu kommen, befürworten 40 Prozent Ge- und Verbote. Die Mehrheit (60 Prozent) setzt dagegen auf Marktlösungen, allen voran eine Lenkungsabgabe mit Zweckbindung des Aufkommens (32 Prozent), gefolgt von einer Mengensteuerung über Zertifikate (21 Prozent) und schließlich einer Steuer ohne Zweckbindung des Aufkommens (5 Prozent).
 
Bei einer CO2-Bepreisung ist 69 Prozent der Befragten eine gleichzeitige Entlastung beim Strompreis sehr wichtig bis wichtig. Weniger wichtig ist dieser Ausgleich 31 Prozent.
 
Hund begrüßte die beschlossene steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung im Rahmen des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Diese Förderung entspreche einem langjährigen Wunsch des Handwerks. An der beschlossenen CO2-Bepreisung kritisierte der Kammerpräsident, dass Mehreinnahmen nur teilweise an Privathaushalte und Unternehmen als Kompensation zurückgegeben werden sollen. Sein Appell: „Wenn die Energie- und Klimaschutzpolitik Wirkung zeigen und breite Zustimmung finden soll, muss sie entbürokratisiert werden. Sie muss mehr als Lenkungsinstrument statt als staatliche Einnahmequelle betrachtet werden.“
 
„Klimaschutz im Handwerk – das ist eine Medaille mit zwei Seiten“, betonte HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz. Die eine Seite sei die innerbetriebliche Energieeffizienz und Ressourcenschonung, die andere seien die Leistungen des Handwerks für mehr Klimaschutz durch ihre Kunden – die energetische Gebäudesanierung, Nutzung von Sonnenenergie und alternative Antriebe für Fahrzeuge. Im Kammerbezirk Münster wirke etwa die Hälfte der Handwerksbetriebe an einer höheren Energieeffizienz und am Klimaschutz mit. Darüber hinaus trage jedes reparierende Gewerk zur Ressourcenschonung und damit letztlich zu Umwelt- und Klimaschutz bei.
 
Die Umfrage der Handwerkskammer zeigt, dass die allermeisten Betriebe selber Maßnahmen zur Energieeinsparung ergriffen haben, und zwar 86 Prozent. 83 Prozent nutzen regenerative Energien oder planen den Einsatz weiterer Energien aus regenerativen Quellen. Der Anteil der Betriebe, die sogar ein systematisches Energiemanagement einführen wollen, ist seit 2015 von 5 auf 10 Prozent gestiegen. Zur Erhöhung der Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Abfallvermeidung berät die Handwerkskammer Münster interessierte Unternehmen.

Pressemitteilung 41/2019