Aufmerksamkeit ist wertvollste Ressource für Betriebe


Gruppenbild Personaltag

HWK-Präsident Hans Hund (6.v.l.), HWK-Vizepräsident Franz Wieching (5.v.l.), Leiter HBZ Georg Schnelle (3.v.l.), Impulsredner Jörg Mosler (5.v.r.) sowie Referenten aus beispielhaften Betrieben des Handwerks auf dem Personaltag der Handwerkskammer

07. März 2019 | HWK-Personaltag: Fachkräfte im Handwerk gewinnen, fördern und begeistern
 
Das Gewinnen und Halten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht auf der Agenda von Handwerksunternehmen weit oben. Das zeigte der Personaltag der Handwerkskammer (HWK) Münster am Donnerstag (7. März), bei dem sich rund 240 Inhaber und Führungskräfte von 159 Betrieben aus dem gesamten Kammerbezirk im Handwerkskammer Bildungszentrum (HBZ) über das Finden, Fördern und Begeistern von Fachkräften informierten.
 
HWK-Präsident Hans Hund machte deutlich: „Die Zeiten, in denen die Bewerber um einen freien Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle Schlange stehen, sind längst vorbei. Der Schuh drückt schon jetzt gewaltig“. Handwerksbetrieben rät Hund, attraktive Anreize zu setzen, um der Konkurrenzsituation zu begegnen.
Das Angebot an Fortbildungen sei ein wichtiger Baustein für die Attraktivität des Betriebes und zugleich Investition in die Zukunft.
 
Daneben forderte er mehr gesellschaftliche Wertschätzung für die berufliche Ausbildung. Es sei ferner ratsam Jugendliche ohne Ausbildungsreife oder Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt stärker wahrzunehmen und zu fördern.
Eine Form der Anerkennung gegenüber den Angestellten stelle es zudem dar, wenn der Arbeitgeber präventiv die Gesundheit der Mitarbeiter fördert und sich für eine ausgewogene Work-Life-Balance einsetzt. Weiteren Ideen seien keine Grenzen gesetzt. Hund: „Werden Sie kreativ und trauen Sie sich. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.“
 
Keynotespeaker und Motivationscoach Jörg Mosler zeigte daraufhin auf: „Das Handwerk hat zwei große Chancen, die großen Herausforderungen des Fachkräftemangels zu meistern: Die Nähe zum Menschen – zu Mitarbeitern und Kunden – und die digitale Kommunikation.“ Wem es als Unternehmer gelänge, diese beiden Chancen geschickt miteinander zu verknüpfen, erzeuge die wertvollste Ressource für das Handwerk der Zukunft, Aufmerksamkeit.
 
Mosler legte Handwerksbetrieben nah, durch emotionale Geschichten gezielt Aufmerksamkeit zu erzeugen und machte deutlich, wie es gelingt Mitarbeiter und Kunden zu begeisterten Botschaftern des Unternehmens zu machen. Insbesondere digitale Medien könnten zur Stärkung der Arbeitgebermarke eingesetzt werden.
 
Erfolgreiche Beispielunternehmen aus dem Kammerbezirk Münster gaben den Teilnehmenden am Personaltag in neun Foren Tipps aus ihrer Praxiserfahrung:
 
Simone Schürhaus (Föller Heizung-Klima-Sanitär, Nottuln): „Entscheidend ist für uns die Motivation, exakt in unserem Betrieb lernen und arbeiten zu wollen.“  (Forum: Tue Gutes und rede darüber! Junge Menschen für das Handwerk gewinnen)
 
Norbert Bücker (NBF – Norbert Bücker GmbH & Co. KG, Münster): „Junge Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Studium nicht beenden wollen oder können, sind für uns eine interessante Zielgruppe, denn lebenserfahrenere, zielbewusstere und auf die Ausbildung fokussierte Lehrlinge können wir gut gebrauchen.“ (Forum: Alternative Wege zur Mitarbeitergewinnung – und morgen Meister!)
 
Johannes Bröcker (Westfleisch SCE mbH, Oer –Erkenschwick): „Der Lehrgang zum Geprüften Betriebswirt nach HwO gibt mir auf betriebswirtschaftliche Fragen eine Antwort.“ (Forum: Motiv: Erfolg – Werkzeug: Weiterbildung für das Handwerk)
 
Tatjana Lanvermann (Ludwig Lanvermann GmbH & Co. KG, Borken): „Lernen hört nicht nach der Ausbildung auf.
Die immerwährende Bereitschaft zu lernen gibt uns die Fähigkeit, Ängste im Umgang mit Veränderungen abzubauen und die Zukunft mit ihren Technologien anzunehmen. Ungenügend ausgebildete Mitarbeiter verringern zudem die Qualität und den Leistungsfaktor des Betriebes. Nur durch Weiterbildung erhalten wir leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter.“ (Forum: Motiv: Erfolg – Werkzeug: Weiterbildung für das Handwerk)
 
Markus Hinnüber (Tischlerei Kreienbaum GmbH, Warendorf): „Beim Nachfolgeprozess gilt es, früh genug anzufangen und sich ausreichend Zeit zu nehmen, authentische Führung vorzuleben und immer wertschätzend und offen miteinander zu kommunizieren.“ (Forum: Mut zur Unternehmensübergabe – Nachfolger entwickeln)
Jonas Venschott (Manufaktur Venschott, Greven): „Wir haben uns hier in der Region einen guten Ruf als Ausbildungsbetrieb erarbeitet.“ (Forum: Tue Gutes und rede darüber! Junge Menschen für das Handwerk gewinnen)
 
Andrea Runge (Feinkostfleischerei Hidding GmbH & Co. KG, Nordwalde): „Wenn es der Familie gut geht, dann geht es auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut und der `Laden´ läuft“. (Forum: Familienfreundlichkeit im Handwerk)
 
Christian Gerhardt (Elektro Gerhardt GmbH, Gelsenkirchen): „Wertschätzung ist für uns nicht nur ein Wort, sondern ein Wert, den wir leben. Wir fördern das `Wir-Gefühl´, wir möchten unsere Mitarbeiter begeistern und motivieren.“ (Forum: Bindung durch gute Stimmung im Betrieb?)
 
Hendrik Hemker (WECON Nutzfahrzeuge, Ascheberg): „Die Stimmung in einem Betrieb ist ein Abbild des Selbstverständnisses der führenden Personen, sie ist Ergebnis langjähriger Arbeit.“ (Forum: Bindung durch gute Stimmung im Betrieb?)

Pressemitteilung Nr. 10/2019