Meisterbrief als Vorbild für Europa


30. September 2018 | Handwerkskammer Münster ehrt Nachwuchskräfte
 
„Der Meistertitel ist nicht nur Gütesiegel Ihrer hervorragenden fachlichen Fähigkeiten, auf die Sie stolz sein können, sondern auch die Lizenz zur Selbstständigkeit.“ Das hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Sonntag (30. September) bei der Meisterfeier der Handwerkskammer (HWK) Münster in der Halle Münsterland betont, als er den handwerklichen Nachwuchskräften zur bestandenen Prüfung gratulierte. Er ermunterte die 1.669 Jungmeisterinnen und -meister: „Wagen Sie diesen Schritt! Das Land Nordrhein-Westfalen bietet allen Meisterinnen und Meistern, die einen Betrieb neu gründen oder einen bestehenden Betrieb übernehmen, eine Meistergründungsprämie von 7.500 Euro.“ Laschet hob in seiner Festrede hervor, das Land wolle die Bereitschaft von Handwerksmeistern, Verantwortung zu übernehmen, nicht nur in Reden loben, sondern auch ganz konkret unterstützen.
 
Der Meisterbrief in Deutschland sei ein Garant für mehr Ausbildung, weniger Jugendarbeitslosigkeit und die Leistungskraft des Handwerks, betonte Kammerpräsident Hans Hund in seiner Begrüßung von 3.500 Gästen der Meisterfeier. „Der Meisterbrief ist Vorbild für Europa. Wir freuen uns über die Rufe in der Politik zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in einzelnen Berufen.“
 
Hund ermunterte die neuen Meisterinnen und Meister, ihre Qualifikation für den beruflichen Erfolg zu nutzen, sich für faire Arbeit in der Wirtschaft und den Zusammenhalt der Gesellschaft zu engagieren: „Lassen Sie sich fürs Mitmachen im Ehrenamt begeistern, übernehmen Sie Verantwortung und geben Sie dem Wertesystem etwas zurück!“
 
Die HWK bietet den Meisterinnen und Meister Möglichkeiten für den weiteren beruflichen Aufstieg, betonte Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz: „Wir unterstützen den Meisternachwuchs auf dem weiteren Berufsweg durch Weiterbildung und Beratung zu Ausbildung, Betriebswirtschaft und Technik.“ Mit der bewiesenen Leistungsbereitschaft könne der Meisternachwuchs einer guten beruflichen Zukunft im Handwerk entgegensehen.
 

Die besten Meisterinnen und Meister wurden auf der Feier besonders geehrt:
 
  • Kälteanlagenbauermeister Ulf Barthelmeß aus Münster;
  • Kosmetikermeisterin Carolin Bense aus Coesfeld
  • Kraftfahrzeugtechnikermeister Xaver Bremer aus Wangels;
  • Installateur- und Heizungsbauermeister Christian Bußhaus aus Hamminkeln;
  • Gold- und Silberschmiedemeisterin Sophie Caspers aus Velbert;
  • Zweiradmechanikermeister Lukas Fransbach aus Münster;
  • Feinwerkmechanikermeister Patrick Holtgreve aus Melle;
  • Stuckateurmeister Thomas Iking aus Stadtlohn;
  • Fleischermeister Manuel Kirchhoff aus Attendorn;
  • Metallbauermeister Kevin Kurka aus Hamminkeln;
  • Raumausstattermeister Philipp Mainz aus Ennigerloh;
  • Landmaschinenmechanikermeister Julius Risse aus Warstein;
  • Straßenbauermeister Dennis Schmitz aus Hopsten;
  • Dachdeckermeister Jan Schneider aus Papenburg;
  • Zahntechnikermeisterin Sonja Schürmann aus Drensteinfurt;
  • Tischlermeister Manuel Tesing aus Borken;
  • Friseurmeisterin Carolin Thentie aus Billerbeck;
  • Maurer und Betonbauermeister Michael Töws aus Ostbevern.
 

 
Beruflicher Aufstieg motiviert Jungmeister
 
Anlässlich der Meisterfeier haben 496 Jungmeisterinnen und Jungmeister der HWK Münster Auskunft zu ihren Zukunftsplänen gegeben: Die Aussicht auf beruflichen Aufstieg motivierte 38 Prozent der Befragten zur Meisterprüfung. Für 31 Prozent war der Hauptgrund der fachliche Wissenserwerb und für 30 Prozent die Aussicht auf ein höheres Einkommen.
 
52 Prozent des Meisternachwuchses streben als Nächstes eine Anstellung als Führungskraft an. Die Existenzgründung planen 42 Prozent (Betriebsübernahme: 25 Prozent, davon 12 Prozent den elterlichen Betrieb; Neugründung: 17 Prozent). Nur 4 Prozent gehen keine berufliche Veränderung an.
 
Auch künftig steht bei 87 Prozent der Befragten Weiterbildung auf ihrer Agenda – gegenüber den Absolventen der Meisterfeier vor zwei Jahren ist dies ein Anstieg um 21 Prozentpunkte. Am wichtigsten sind den befragten Meistern handwerklich-technische Lehrgänge (30 Prozent), digitale Lehrgänge (16 Prozent), der Betriebswirt HwO (15 Prozent) und ein Studium (8 Prozent).  


Bildunterzeile:
Glückwünsche für die besten Meisterinnen und Meister von Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer (Zentralverband des Deutschen Handwerks), Kammerpräsident Hans Hund, Ministerpräsident Armin Laschet (v.l.), HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz und den Vizepräsidenten Josef Trendelkamp und Franz Wieching (v.r.)

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Foto: HWK/Teamfoto Marquardt
 
HWK-Pressemitteilung 49/2018