Achtklässler kommen zur Potenzialanalyse ins HBZ Münster


Kein Abschluss ohne Anschluss - KAoA

Zu den Aufgaben der Schüler gehört das Feilen eines Fisches aus einer Spanplatte. Das Können wird von Dozenten eingeschätzt. Amtsleiter Klaus Ehling (r.) und Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Ostendorf freuen sich über Erfolgserlebnisse der Jugendlichen.

13. Dezember 2016 | Die 2.700 Schülerinnen und Schüler der achten Klasse sämtlicher Schulformen in Münster – von der Förderschule bis zum Gymnasium – haben seit Beginn des Schuljahres an einer Potenzialanalyse im Bildungszentrum (HBZ) der Handwerkskammer Münster teilgenommen. Dabei konnten die Jugendlichen ihre Fähigkeiten und Stärken entdecken.
Die Potenzialanalyse ist Teil des Vorhabens „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) des Landes NRW. Für die Schüler ist die Analyse ihrer Potenziale der Einstieg in einen strukturierten Prozess der Berufs- oder Studienwahl. An dessen Ende steht eine fundierte Entscheidung für einen Beruf mit realistischer Ausbildungsperspektive.
 
Die Handwerkskammer ist von der Landesgewerbeförderungsstelle des NRW-Handwerks für drei Jahre mit der Durchführung der Potenzialanalysen in Münster beauftragt worden. Die Kammer arbeitet eng mit dem Amt für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster zusammen, das KAoA und das regionale Übergangsmanagement von der Schule in den Beruf koordiniert. Amtsleiter Klaus Ehling erklärt: „Ziel ist es, allen jungen Menschen nach der Schule möglichst rasch eine Anschlussperspektive für Berufsausbildung oder Studium zu eröffnen und unnötige Warteschleifen zu vermeiden.“
 
Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Ostendorf begrüßt die frühzeitige systematische Berufsorientierung der Achtklässler: „Wer weiß, was er gut kann und ihn interessiert, ihm wichtig ist, wo Lernbedarf besteht und wer darüber hinaus auch um eine möglichst große Bandbreite an Möglichkeiten weiß, kann später einen Beruf ergreifen, der zu ihm passt. „Durch KAoA lernen die Schüler bei uns, wie viel Spaß handwerkliche Arbeit macht.“  
 
Die Schüler waren an verschiedenen Terminen einen Schultag lang im HBZ und haben Einzel- und Gruppenaufgaben mit Zeitvorgaben gelöst. Dabei kam es auf berufsübergreifende, methodische, personale und soziale Kompetenzen an: auf Motorik, Wahrnehmung, Problemlöse-, Team-, Kritik- und Kommunikationsfähigkeit, Motivation, Durchhaltevermögen, Sorgfalt, Umgangsformen und vieles mehr. Sie wurden von Dozenten beobachtet.
 
Am Ende der Analyse gaben die Schüler eine Selbsteinschätzung ab. Zwei Wochen später führten die Dozenten des HBZ ein halbstündiges Auswertungsgespräch mit jedem Einzelnen in seiner Schule ohne Lehrer; auf Wunsch durften Eltern dabei sein. Darin kristallisieren sich Berufsfelder heraus, die den Jugendlichen besonders zusagen und ihrem Potenzial entsprechen. Diese Berufsfelder sollen im nächsten Schuljahr eine Woche lang praktisch erkundet werden. Die Teilnehmer, die dafür keinen Platz bei einem möglichen Ausbildungsbetrieb finden, können handwerkliche Berufsfelder auch im HBZ näher kennenlernen und sich darin ausprobieren. Dort stehen bis zu 500 Plätze bereit.

Pressemitteilung 67/2016

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